Forschung und Entwicklung

    EMV Messverfahren an Hochvolt Fahrzeugkomponenten

    Einsatz von Ersatzlasten für Motoren

    Bei EMV-Messungen an Antriebsumrichtern ist die Realisierung einer motorischen Last innerhalb der Schirmkabine schwer zu realisieren. Als Alternative wird eine durch die EMC Test entwickelte passive Ersatzlast eingesetzt, welche die Impedanz des Drehstrommotors nachbildet. Hierdurch kann der gesamte Messaufbau schnell innerhalb einer Absorberhalle oder Schirmkabine platziert werden, was die Flexibilität der Projekte erheblich erhöht.

     

    Abbildung 1: links, Motorersatzlast bei Magnetfeldmessung; rechts, Vergleich einer CISPR 25 Störspannungsmessung zwischen Motor und Ersatzlast

    Einsatz von Ersatzlasten für Traktionsbatterien

    Bei Messungen an Hochvoltkomponenten wird eine DC-Spannungsversorgung zum Betrieb benötigt. Um die Impedanz der Spannungsversorgung an die einer realen Lithium-Ionen Traktionsbatterie anzupassen wird eine Batterieersatzlast zwischen die Hochvoltkomponente und die Spannungsversorgung geschaltet. Hierdurch können deutlich fahrzeugnähere Emissionsmessungen durchgeführt werden, was eine zusätzliche Sicherheit für die spätere Integration der Komponenten generiert.

    Untersuchung der Emissionen von leistungselektronischen Komponenten in dynamischen Betriebszuständen

    Bei normativen Prüfungen wird standardmäßig in konstanten Betriebszuständen getestet. Speziell bei Emissionsmessungen zeigt sich aber ein deutlicher Einfluss des Betriebszustands auf das Ergebnis. Mit einer speziellen Ansteuerungssoftware kann der Einfluss des dynamischen Betriebs auf die Emissionen von Umrichtern untersucht werden.

    Abbildung 2

    Bewertung der Schirmdämpfung von Hochvolt-Kabeln und -Stecksystemen

    Zur Entkopplung zwischen dem 12V und dem Hochvoltbordnetz werden geschirmte HV-Kabel mit entsprechenden Steckverbindern eingesetzt. Um deren Schirmdämpfungseigenschaften bewerten zu können, kann das Paralleldrahtverfahren zu Einsatz kommen. Dies hat den Vorteil, dass neben der Bewertung der Schirmdämpfungseigenschaften auch Schwachstellen der Prüflinge identifiziert werden können. Hierbei wird durch die EMC Test eine sehr flexible Adaptierung der verschiedenen Steckverbinder bereitgestellt, so dass eine umfassende EMV-Absicherung dieser Komponenten möglich ist.

    Abbildung 3

     

    Laufende Forschungsprojekte

    Inductive Vehicle 2 Grid

    • Projektpartner: Bergische Universität Wuppertal
    • Projektträger: Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand
    • Projektlaufzeit: 2017 bis 2020

    Im Rahmen des Projektes werden seitens der EMC Test Prüfmethoden für die EMV Absicherung von induktiven Ladesysteme für Elektrofahrzeuge entwickelt und erprobt. Hierbei sind im speziellen Prüfperipherien entwickelt worden, mit denen sowohl Ladestationen als auch Fahrzeuge einzeln vermessen werden können. Bei der EMV Absicherung der induktiven Ladesysteme, sind die Emissionen kritischer zu sehen. Speziell für die Prüfung von Ladesystemen und Fahrzeugen wurde sowohl eine Karosserienachbildung und eine gefilterte Ladestation für Fahrzeugtest entwickelt (Siehe Abbildung 2).

    Abbildung 4: links, Aufbau Magnetfeldmessung; rechts, Filterwirkung induktive Ladestation

     

    AFFiancE: Adaptierbare Fahrzeugarchitektur für Automatisierte Fahrzeuge

    • Projektpartner: Aptiv, Technische Universität Dortmund, Bergische Universität Wuppertal, IQZ
    • Projektträger: EFRE.NRW
    • Projektlaufzeit: 2018 bis 2022

    Das Projekt Affiance beschäftigt sich mit der Erprobung von automatisierten Fahrfunktionen unter Beeinträchtigung durch Umwelteinwirkung. Hierbei wird durch den Projektpartner Aptiv ein Zentralsteuergerät sowie eine Testplattform entwickelt, mit der die Funktionen des automatisierten Fahrzeugs erprobt werden können. Die EMC Test bearbeitet im Zuge des Projekts den Einfluss von elektromagnetischen Störeinflüssen auf die Sensorik und die Kommunikation im autonom fahrenden Fahrzeug. Aufgrund der umfassenden Umweltsensorik kommt es in diesen Fahrzeugen zu einem deutlich höheren Datenaufkommen, welches durch den Einsatz von neuen 2-Wire Ethernet Kommunikationssystemen beherrscht werden kann. Die EMC Test untersucht in diesem Zusammenhang die Störfestigkeit dieser Kommunikation, um eventuelle Schwachstellen aufzuzeigen. Zudem wird untersucht, welchen Einfluss die Störungen auf einen realen Datensatz eines autonomen Fahrzeugs haben, um den Einfluss der Störungen in der Testplattform von Aptiv einspielen zu können.

      Abbildung 5: oben, Datenrate über Störspannungspuls;
    unten, Testaufbau mit Störeinkopplung über kapazitive Koppelzange

    RobKom: Robuste Kommunikation in autonomen Elektrofahrzeugen

    • Projektpartner: NXP, Technische Universität Dortmund, Robert Bosch GmbH, SiL, RWTH Aachen, AiX Control
    • Projektträger:VDI/VDE/IT und BMBF
    • Projektlaufzeit: 2018 bis 2021 (evtl. Verlängerung bis 2022)

    Das Projekt RobKom erforscht die EMV von autonom fahrenden Elektrofahrzeugen. Hierbei kommt es insbesondere durch das erhöhte Störpotential der Komponenten des elektrischen Antriebssystems in Kombination mit den hohen Störfestigkeitsanforderungen an die Kommunikationssysteme für autonome Fahrfunktionen zu Herausforderungen bei der EMV. Auf der einen Seite wird im Projekt untersucht, wie die Störemissionen von effizienzoptimierter Leistungselektronik durch spezielle Ansteuerverfahren reduziert werden können. Auf der anderen Seite wird untersucht, wie die Verkopplung zwischen Kommunikation und Hochvoltsystem beschaffen ist und welche Optimierungsmaßnahmen getroffen werden können, um die Störfestigkeit der Funktionen zu erhöhen. Hierbei untersucht die EMC Test auf der messtechnischen Seite die Emissionen der Störquelle, die Störfestigkeit der Kommunikation und die Verkopplung der Systeme. Im Rahmen des Projektes wird in Zusammenarbeit mit dem Projektkonsortium ein Demonstrator aufgebaut, dessen EMV optimierte Funktion am Projektende im Labor der EMC Test verifiziert wird.

     Abbildung 6: oben, Überkopplung von Störungen des HV Systems
    auf parallele Kommunikationsleitung; unten, Testaufbau mit Demonstrator

     

     

    Abgeschlossene Forschungsprojekte

    E-Keep-ULIS: Emulator-Konzept für energieeffiziente und parametrierbare Untersuchungen an Ladeinfrastruktur und Komponenten; Implementierung eines rückspeisefähigen sowie parametrierbaren Emulatorkonzepts
    • Projektpartner: Scienlab GmbH, Universität Duisburg-Essen
    • Projektträger: Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand
    • Projektlaufzeit: 01.10.2014 bis 31.03.2017

     

    Im Rahmen des Projekts wurde durch das Konsortium eine Testumgebung realisiert, die erstmalig umfassende Tests an Ladestationen und Fahrzeugen realisiert. Die Testumgebung bildet dabei jeweils den fehlenden Gegenpart sowohl auf der Leistungsseite als auch auf der Kommunikationsseite ab und ist mittlerweile mit einer Leistung von bis zu 150kW im Labor der EMC Test verfügbar. (weitere Informationen zur Testumgebung für Ladestationen finden sie hier).

     Abbildung 7: links, Testsetup E-Fahrzeug; rechts Testsetup Ladesäule

     

    ZAESAR: Zuverlässige Anbindung von Elektrofahrzeugen in zukünftige Smart Home Infrastrukturen
    • Projektpartner: Technische Universität Dortmund, TÜV Informationstechnik GmbH, ASL Services
    • Projektträger: Progres.nrw
    • Projektlaufzeit: 04.07.2013 bis 30.09.2015

     

                                                              Abbildung 8: Messaufbau zur leitungsgeführten Emissionsmessung

    TIE.IN: Technologie- und Prüfplattform für ein Kompetenzzentrum für interoperable Elektromobilität, Infrastruktur und Netze
    • Projektpartner: Technische Universität Dortmund, TÜV Informationstechnik GmbH, ASL Services
    • Projektträger: Progres.nrw
    • Projektlaufzeit: 17.05.2011 bis 31.07.2015

     

    Abbildung 9: Messaufbau für Schirmdämpfungsmessung

    Kontakt

    Emil-Figge-Str. 76 • D-44227 Dortmund
    Tel.: +49 (0) 231 / 97 42-750
    service@emc-test.de